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AKTUELLE INFORMATIONEN

Die Seite wird laufend mit Terminen von Tageswanderungen und Mehrtagesfahrten für das Jahr 2013 ergänzt.

Unterwegs auf dem Europawanderweg E8 - Dursy island - Killarney

Nachdem wir 2010 bei Passau die deutsche Grenze überschritten hatten und dort nicht mehr weiter wollten, lockte mich die Versuchung, den "E8" auf der anderen Seite zu beginnen. Dass dieses Unterfangen nicht leicht werden wird, war mir klar. Es ist ja gar nicht so einfach, nach Irland zu gelangen, und dann noch an die südwestlichste Spitze. Zunächst musste aber geklärt werden, welcher von den vielen Wegen auf der Beara-Halbinsel nun der E8 war. Dank der Unterstützung des National Trails Office der Irischen Republik in Persona von Doug Corrie, gelang die Festlegung der Strecke. Nun mussten "nur" noch ein geeigneter Flug nach Irland und andere passende Verkehrsmittel gefunden werden. Ach ja, Quartiere brauchten wir ja auch noch, aber darin zeigte sich das geringste Problem, mal abgesehen von einer Übernachtung in Adrigole, aber das kriegen wir später.

CorkNationaldenkmal CorkDann war es endlich soweit, am Dienstag, 26. Juli 2011 startete unser Flugzeug in Richtung Amsterdam, und dort ging es mit reichlich zwei Stunden Aufenthalt weiter nach Cork. Dort bezogen wir unser erstes Quartier in Irland und stellten fest, dass das Leben hierzulande erst gegen 9:00 Uhr beginnt, was meinen Zeitplan für den nächsten Tag zu gefährden drohte. Dessen ungeachtet, machten wir erst einmal einen Stadtrundgang. Von der St. Anne's Church holten wir uns einen Überblick und liefen dann kreuz und quer durch die Stadt, um an diesem schönen Nachmittag möglichst viel zu sehen. Auch an den Lebensmittelkauf für die nächsten Tage musste noch gedacht werden – man weiß ja nie - und schließlich an das Abendessen und das erste "Murphy".

Beara peninsulaAm nächsten Morgen ging es weiter. Inzwischen hatten wir uns auch mit unserer Wirtin auf ein schnelles "Continental Breakfast" geeinigt, da man ja soooo früh noch nicht irisch frühstücken kann (auch das kriegen wir später). Beara peninsulaDer Bus fuhr pünktlich und brachte uns in 3 Stunden nach Castletownbere. Von dort waren es noch 22 km, die wir mit einem Taxi zurücklegten. Dieses Taxiunternehmen sollte uns in Zukunft noch öfter zur Seite stehen. Am Windy Point House machte das Wetter dem Namen der Pension alle Ehre: Es war windig und neblig dazu – hatten wir uns Irland so vorgestellt? An diesem Tag stand noch ein kleiner Spaziergang von 9 km in der Umgebung auf dem Programm. Und dabei zeigte sich schon, dass die Grüne Insel ihren Namen zu recht trägt. Leider fehlte uns an diesem Tag wegen des Nebels der Überblick. Cable CarTrotzdem ließen die kurzzeitigen Ausblicke viel Interessantes für die kommenden Tage erwarten.

Am Donnerstag ging es dann richtig los. Heute haben wir erst einmal gelernt, was ein richtiges irisches Frühstück ist. Zunächst noch ohne Gepäck wollten wir über Dursey Island wandern. Um auf die Insel zu kommen, mussten wir – nein nicht mit einer Fähre – mit einer Seilbahn fahren. Dursey IslandDursey IslandIm Internet hatte ich schon viel über diese Seilbahn gelesen und ein paar Damen aus einer Reisegruppe, die mit uns wartete, schien die "Überfahrt" auch nicht geheuer zu sein. Uns aber schreckte das alles nicht ab und die übernächste Gondel war unsere. Übrigens hatte sich das Wetter grundlegend geändert. Der Wind blieb, jedoch schien knallige Sonne(!), und da machten das Wandern und die Vegetation doch gleich doppelt soviel Freude. Bald erreichten wir die Spitze der Insel, und nach einer Pause liefen wir über die Berge zurück zur Seilbahn.

Badepause an White StrandFoherAllihiesAuch am nächsten Tag schien wieder die Sonne. Mit Gepäck ging es über die Berge. Und weil so ein schönes Wetter war, und weil gerade ein Badestrand am Weg war, ging der Wanderleiter baden. Nach fast 13 km erreichten wir Allihies, das Ziel der heutigen Etappe. Der ehemalige Bergarbeiterort zeigte sich in den leuchtendsten Farben. Jedes Haus hatte seine individuelle Note, die in der Abendsonne so richtig zur Geltung kam.

Steinkreis bei CastletownbereAuf der nächsten Wanderung, die uns quer über die Halbinsel führte, bekamen wir wieder einmal einen Vorge­schmack auf das irische Wetter. Auf dem Weg sahen wir endlich einmal einen Steinkreis. Es wurde ja auch Zeit, denn laut Reiseführer ist die Zahl der Steinkreise auf der Beara-Halblinsel unübersehbar. Nach 13 km in Castletownbere angekommen, hatten wir noch ein Stückchen Weg zum Quartier vor uns und von dem Regen die Schnauze voll, so dass wir nicht mehr aus dem Haus gingen. Allerdings wollte uns der Wirt nicht einmal ein Bier verkaufen, wenn wir bei ihm nichts zu Essen bestellten. So gingen wir dann eben durstig zu Bett – nunmehr wissend, dass man Bier pur nur in Pub's bekommt.

Bere islandHafen PontoonAm Sonntag stand die vorgelagerte Insel Bere Island auf dem Programm. Mit "unserem" Taxi fuhren wir zur Anlegestelle der Fähre und bezweifelten, dass wir hier richtig sind. Dann kam aber doch noch ein verkehrstaugliches Boot und wir konnten die Überfahrt antreten. Auf der Insel war es wieder sehr bunt. Aber nicht nur die Blumen waren interessant, sondern auch verschiedene Bauwerke: Martellotower, Holly Year Cross, Wedge Tomb und schließlich auch noch ein Leuchtturm. Das Wetter wurde zunehmend besser nur die Wolken stimmten uns bedenklich für den nächsten Tag, der eine Hammertour von 36 km mit sich bringen sollte. "Unser" Taxi fuhr zwar das Gepäck ins nächste Quartier, doch die Strecke blieb ja die gleiche. Zu dumm, dass der einzige Wirt in Adrigole uns "in der Hauptsaison für eine Nacht kein Quartier" gab.

Alte BrückeWeg nach AdrigoleFelsenAlso frischen Mutes am nächsten Morgen die Schuhe geschnürt und (übrigens wieder bei herrlichem Wetter) losgewandert. Erwartungsgemäß ging es immer bergauf, dem Hungry Hill entgegen.Wir wanderten durch eine atemberaubende Landschaft. Manchmal führte der Weg auch über Felsen, aber dann leider zu einer sehr befahrenen Chaussee, die wir auf einer Länge von 5 km zu laufen hatten. Das schlauchte, und schließlich stand eben gerade die Wirtschaft am (im) Wege, die uns für die Übernachtung nicht wollte. Ich habe dem Wirt den Umsatz zwar nicht gegönnt, aber was half es, das Bier hat trotzdem geschmeckt und die Wanderung war beendet. Nun mussten wir mit einem Taxi ins Quartier fahren, welches sich im nächsten Ort befand.

Es gab nun die Wahl zwischen Ruhetag und Nachholewanderung. So teilten wir uns und führten ein Damenprogramm auf der Insel Ilnacullin durch. Auf dem Wege dorthin konnten unsere Damen jede Menge Seehunde beobachten und auf der Insel in schönen Gärten flanieren. Der Abschluss des Programms bot ein kleiner Rundgang durch ein Naturreservat. Derweil wanderten die Herren den Rest der gestrigen Etappe ab und kamen einhellig zu dem Schluss, dass das am Vortag nicht mehr zu schaffen gewesen wäre. Die irische Landschaft ist eben doch nicht so ganz ohne! Den Abschluss des Herrenprogramms bildete dann ebenfalls das Naturreservat, so dass wir zum Ende wenigstens in der gleichen Gegend waren. Am Abend trafen wir uns dann wieder zum Essen in dem inzwischen zur Stammkneipe erklärten Pub und erzählten von unseren Erlebnissen.

Am 3. August stand die Wanderung nach Kenmare auf dem Programm. Das war der letzte Teil des Weges, der in der County Cork lag. Diesen Abschnitt mussten wir wieder mit Gepäck wandern. Und es regnete! Wandern im RegenAm WanderwegWas half es, zu jammern, unser nächstes Quartier war jenseits der Berge. Also liefen wir los. Es ging (wie immer) bergauf. Am höchsten Punkt (immerhin haben wir ihn im Nebel gesehen) machten wir eine kurze Pause. Dann ging es endlich wieder bergab. Unweit des Ortes Bunane sollte ein Heritage Center mit einer Sammlung von Steinkreisen und anderen Steinen sein. Ich wusste das zwar, aber dass wir daran vorbei kommen, daran habe ich auch nicht mehr geglaubt. Erst kurz vor Kenmare hörte der Regen auf. Es zeigte sich sogar für ein paar Minuten die Sonne. Doch bald wurde es wieder etwas feuchter. Unsere Wirtin in Kenmare sagte deshalb, dass wir lieber die Wanderschuhe draußen ausziehen sollen. Wahrscheinlich kennt sie solche Leute, wie wir das sind, zur genüge. Nach einer kurzen Trocknungsphase, lernten wir dann noch den Ort kennen, besuchten den Druid's Circle, einer der größten Steinkreise Irlands und feuchteten uns dann von innen an – Gerechtigkeit muss sein!

Am WanderwegAm PassJaunty CarDer letzte Tag unserer Wanderung auf dem E8 führte uns nach Killarney. Heute regnete es nicht ununterbrochen, ja die Leute, die uns entgegen kamen, meinten sogar es wäre ein "very nice day". Wirklich, man trocknete immer zwischen zwei Regenschauern. Warum ich aber ausgerechnet in einem Waldstück Pause anord­nete, in dem es von Kriebelmücken nur so wimmelte, bleibt mir bis heute ein Rätsel. Dementsprechend zugerichtet wanderten wir weiter durch das schöne Esknamucky Glen bis zum Wasserfall Torc. Von hieraus ging es dann wirklich nur noch bergab, und als uns das erste Jaunty Car begegnete wussten wir: jetzt liegen nur noch 7 km Chaussee vor uns. Aber ein Versuch, solch ein Car anzuheuern, misslang angesichts unseres Gepäcks! Aber jede noch so lange Chaussee hat irgend­wann ein Ende, und so erreichten wir unser Quartier und konnten uns nach einer kurzen Verschnauf­pause in das Nachtleben von Killarney stürzen.

Nach diesen anstrengenden Tagen, an denen wir insgesamt fast 163 km zurücklegten, hatten wir uns eine Erholung verdient. Jeder ahnte natürlich, dass auch diese Tage nicht ohne zu wandern abgehen werden. Aber es gab in der näheren Umgebung von Killarney noch sehr viel zu sehen. Auf den beiden Zusatzwanderungen legten wir dann noch einmal 32 km zurück.

Muckross AbbeyMuckros HouseMeeting of the Waters"Nicht noch einmal auf der Chaussee nach Muckross laufen", so die einhellige Meinung der Wandergruppe, was dazu führte, dass wir uns ein Taxi nahmen. Am Rande vom Muckross Park angekommen, besuchten wir zunächst die gleichnamige Abbey. Von dort war es nur ein kleines Stück zum Freilichtmuseum, der traditionellen Farm. Nach dem Besuch gingen wir zu Muckross House. In einer Führung sahen wir verschiedene Räume und konnten uns einen Eindruck über das Leben in diesem Schloss verschaffen. Anschließend schlenderten wir noch durch den Garten, um dann unsere Wanderung um dem Muckross Lake anzutreten. Für die Rückfahrt nahmen wir dann wieder ein Taxi.

Ladies ViewKate Kearney's CottageGap of DunloeDie zweite "Extratour" führte zum Gap of Dunloe. Allerdings wollten wir es nicht versäumen, den "schönsten Aussichtspunkt Irlands", wie ihn die Hofdamen von Queen Victoria nannten, zu genießen. Leider verhinderten Nebel und Regenwolken den Weitblick von hier oben. Dafür gönnten wir uns in Lord Brandon's Teahouse eine kleine Stärkung. Anschließend stiegen wir zum Pass hinauf. Auf unserem Weg wechselten sich Regen und Sonne immer ab. Durch ein schönes Tal, an einer Menge von Wasser­fällen vor­bei, erreichten wir Kate Kearney's Cottage. Früher gab es hier schwarz gebrannten Whisky, aber die Zeiten sind lange vorbei. Und weil sich das Wetter zum Positiven gewan­delt hatte, wurden wir sozusagen zu einer Programmänderung gezwungen: Wir fuhren mit einem Taxi nach Ross Castle, um von dort auf die Insel Innisfallen überzusetzen. Auf dem 8,5 ha großen Eiland befand sich einst ein Kloster. Heute sieht man nur noch Mauerreste und ein keltisches Kreuz, welches die Mönche aus dem Wasser gezogen haben. Nach der Rückfahrt begaben wir uns auf einen kleinen Stadtrundgang, wobei wir natürlich auch einige Pub's besuchten.Innisfallen IslandAuf der RückfahrtSt. Mary's Church

Der historische Stadtrundgang am letzten Tag wurde stark verkürzt, aber wir kommen ja 2012 wieder nach Killarney. Dann holen wir dies bestimmt nach.

Das war eigentlich unser Irlandbesuch. Der aufmerksame Rechner stellt nun aber fest, dass da ja noch ein Tag fehlt. Den hat uns die Fluggesellschaft KLM eingebrockt, weil sie kurzfristig andere Flugzeiten hatten. So mussten wir noch einen Tag in Amsterdam verbringen. Soweit die Theorie. In der Praxis war das natürlich äußerst kompliziert, die Damen am Aer Lingus-Counter davon zu überzeugen, dass wir nicht gleich weiter fliegen.

In Amsterdam nächtigten wir mitten in einem preiswerten Hotel im Rotlichtviertel, da dieses fußläufig vom Bahnhof zu erreichen ist. Die obligatorische Grachtenfahrt unternahmen wir dann am nächsten Tag, und hatten danach auch noch Zeit für einen Stadtbummel.

Mein Fazit von der Reise ist, dass wir in den 13 Tagen sehr viel sahen. Ich habe eine sehr nette Gruppe geleitet, die mich auch unterstützt hat.

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